Wenn du dir ein autonomes Gerät in deinem Garten zulegst, dass doch etwas an Lärm mit sich bringt, solltest du unbedingt wissen, wann dein Mähroboter eigentlich fahren darf und wann nicht, um Probleme mit den Nachbarn zu vermeiden.

Gemäß deutscher Lärmschutzverordnung gilt für Rasenmäher eine Nutzungszeit von 7.00 – 20.00 Uhr und ein maximaler Lärmpegel von 50 – 65 dB je nach Gebietsart. Ruhepausen gelten mittags sowie an Sonn- und Feiertagen. Abweichende Fahrzeiten für Mähroboter gilt es im Vorfeld mit den Nachbarn abzusprechen.

In diesem Artikel gebe ich dir einen kompletten Überblick zum Thema Ruhestörung mit vielen Praxis-Tipps, damit du über deine Rechte als Mähroboterbesitzer Bescheid weißt.

Welche rechtlichen Folgen kann der Betrieb eines Mähroboters überhaupt nach sich ziehen?

Das wichtigste gleich vorneweg:

Die hauptsächlichen rechtlichen Probleme, die mit einem Mähroboter entstehen können, sind Lärmklagen der Nachbarschaft.

Eine Lärmklage von Nachbarn möchtest du auf jeden Fall vermeiden, denn Verstöße gegen das Lärmschutzgesetz können je nach Bundesland einige Tausend Euro kosten.

Nebst Lärmklagen kann es höchstens rechtliche Probleme mit deinem Mähroboter geben, wenn dieser Unfälle oder Schäden verursacht, durch die Versicherungsfälle entstehen. Beispielsweise bei Verletzungen oder Sachschaden an Dritten. Was jedoch eher selten vorkommt, da der Mähroboter in einem abgegrenzten privaten Bereich agiert.

Wann darf dein Mähroboter fahren? Wie du vorgehst, um spezifisch über deine Situation Bescheid zu wissen

Als erstes möchte ich dir eine Checkliste mitgeben, um an deinem spezifischen Wohnort über die erlaubten Fahrzeiten deines Mähroboters Bescheid zu wissen:

  • Gesetze auf Bundesebene: Informiere dich über die für ganz Deutschland geltende Lärmschutzverordnung.
  • Regionale Gesetze: Informiere dich über die für deine Region geltenden Zusatzbestimmungen (= Abklärung bei deiner Gemeinde).
  • Hausordnung: Bist du an einen Mietvertrag gebunden? Schaue nach, was im Vertrag resp. der Hausordnung bezüglich der erlaubten Mähzeiten steht.
  • Tatsächlicher Lärmpegel: Bestimme den Dezibelwert deines Gerätes an den Grenzen deines Grundstückes: Überschreitet dein Mähroboter die Immissionsrichtwerte?
  • Mähplan: Kannst du es dir in deinem Wochenplan einrichten, den Mähroboter während der geltenden Nutzungszeiten fahren zu lassen?
  • Absprache mit Nachbarschaft: Ob zu laut oder nicht: Wenn du dein Gerät außerhalb der geltenden Nutzungszeiten fahren lassen musst oder möchtest, dann suche immer vorher das Gespräch mit deinen Nachbarn.

Mit diesen Abklärungen bist du für die Fahrzeiten deines Mähroboters aus rechtlicher Sicht gut abgedeckt und kannst dir den Mähplan deines Roboters so organisieren, dass es niemanden (dich inbegriffen) stört.

Alle Infos, die du für diese Schritte brauchst, gebe ich dir in diesem Artikel.

Tipp

Schreibe dir alle geltenden Nutzungsvorgaben deines Wohnortes und evtl. ausgemachte Fahrzeiten auf einem Merkzettel auf, damit du das stets zur Hand hast und nicht nach jeder Winterpause wieder von neuem recherchieren musst.

Rechtliche Grundlagen: Wie sehen die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Mähroboternutzungszeiten aus?

Der Mähroboter befindet sich als nicht geführtes Gerät auf gesetzlicher Ebene noch in einer Grauzone

Die aktuelle Gesetzgebung, unter welcher der Schutz vor Maschinenlärm im Freien fällt, ist die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV).

Diese wurde im Rahmen der Angleichung der Rechtsvorschriften zu umweltbelastenden Geräuschemissionen unter EU Mitgliedstaaten erfasst und basiert auf dem Artikel 2 der Richtlinie 2000/14/EG des Europäischen Parlaments vom 8. Mai 2000.

Gemäss den in diesem Artikel enthaltenen Definitionen von Geräten und Maschinen wird ein Rasenmäher folgendermaßen definiert:

“Geführtes oder fahrergesteuertes Grasschneidegerät bzw. eine Maschine mit

einem oder mehreren Anbaugeräten zum Grasschneiden.” (2000: 24)

Vielleicht hast du es beim Lesen bereits selbst bemerkt: Ein Mähroboter ist zwar ein Grasschneidegerät, fällt aber weder unter die geführte noch fahrergesteuerte Kategorie, weshalb Mähroboter im Prinzip von dieser Gesetzgebung noch nicht einbezogen werden.

Mähroboter befinden sich nach heutiger Gesetzgebung deshalb in einer rechtlichen Grauzone. Bis eine Gesetzgebung spezifisch für Mähroboter in Kraft tritt, heißt es deshalb:

  • Wenn du rechtlich gesehen auf der sicheren Seite bleiben willst: Halte dich an die für normale Rasenmäher geltenden Fahrzeiten.
  • Wenn du zu anderen Zeiten mähen willst: Stelle sicher, dass dein Gerät die geltenden maximalen Immissionsrichtwerte für diese Tageszeit nicht übersteigt. Solche Fahrzeiten solltest du im Vorfeld mit deinen Nachbarn abklären.

Welche erlaubten Fahrzeiten für normale Rasenmäher gelten, erfährst du gleich hier:

Auf Bundesebene: An welche bundesweiten Nutzungszeiten kannst du dich beim Mähroboter halten?

Auf Bundesebene kommen folgende Gesetzgebungen zum Tragen:

Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) als übergeordnete, bundesweite Rechtsordnung, definiert die Nutzungszeiten von Rasenmähern folgendermaßen:

“So ist es in allgemeinen und reinen Wohngebieten verboten, Rasenmäher an Sonn- und Feiertagen ganztägig und an Werktagen in der Zeit von 20 Uhr bis 7 Uhr zu nutzen.“

Die erlaubte Fahrzeit ist also werktags von 7.00 – 20.00 Uhr.

Nun gibt es für diese Fahrzeiten wie auch für die Ruhezeiten zudem bundesweit geltende maximale Immissionsrichtwerte (= Dezibelwerte). Diese Werte bezeichnen, wie laut ein Gerät sein darf, vom Standpunkt des Lärmbetroffenen aus.

Diese maximal zulässigen Dezibelwerte werden in der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) angegeben.

Folgende Dezibelwerte gelten in den entsprechenden Gebietsarten:

AusweisungImmissionsrichtwert tags (6:00 bis 22:00 Uhr)Immissionsrichtwert nachts (22:00 bis 6:00 Uhr)
Industriegebiet70 dB(A)70 dB(A)
Gewerbegebiet65 dB(A)50 dB(A)
Urbanes Gebiet63 dB(A)45 dB(A)
Kern-, Dorf- und Mischgebiet60 dB(A)45 dB(A)
Allgemeines Wohngebiet55 dB(A)40 dB(A)
Reines Wohngebiet50 dB(A)35 dB(A)
Kurgebiet, Krankenhaus und Pflegeanstalt45 dB(A)35 dB(A)

Eine weitere bundesweite Gesetzesordnung, die beim Lärmschutz zum Tragen kommt, ist das Bürgerliche Gesetzbuch (BGV). Es enthält zwei Paragraphen, die sich mit der Beeinträchtigung der Nutzung des eigenen Grundstückes aufgrund von Geräuschen beschäftigen und bei Gerichtsfällen herbeigezogen werden können.

Auf Landes- und Kommunalebene: Welche Regelungen können von deiner Gemeinde zusätzlich bestimmt werden?

Über die bundesweiten Richtlinien weißt du jetzt Bescheid. Bundesländer und Gemeinden dürfen diese Richtlinien jedoch teilweise regional anpassen.

Meist sind das nur kleine Abweichungen. Oftmals wird regional eine Ruhepause über Mittag definiert, die du einhalten solltest oder in urbanen Gebieten beginnt die Nachtruhe teilweise etwas später.

Von allen Gemeinden gibt es leider keine Liste, die ich dir hier einfügen könnte. Am besten rufst du einfach bei deiner Gemeinde an, um das abzuklären.

Mietverhältnis: Überprüfe, ob gemäß deinem Mietvertrag resp. der Hausordnung spezielle Vorschriften gelten

Auf kleinster Ebene gilt es noch den Mietvertrag zu beachten, falls vorhanden. Überprüfe, ob in der Hausordnung zusätzliche Regelungen stehen, an die du dich hinsichtlich Ruhezeiten halten musst.

Ist eine neue Gesetzgebung hinsichtlich Mährobotern geplant?

Wie bereits erwähnt, hinkt die Gesetzgebung selbständig agierenden Geräten wie Mährobotern momentan noch hinterher. Mich hat es daher wunder genommen, ob sich die Gesetzgebung in naher Zukunft ändern wird.

Zu einer aktuell geplanten neuen Gesetzgebung habe ich keine Informationen gefunden. Jedoch gibt es beim Amtsgericht Siegburg den Präzedenzfall eines Nachbarn, der sich über den Lärm und über daraus entstandene gesundheitliche Schäden durch einen Mähroboter gestört fühlte:

Da der Mähroboter während der rechtlich geltenden Rasenmähzeiten (7.00 – 20.00 Uhr) mähte, die Mittagspause eingehalten wurde und der Dezibelwert auf dem Grundstück des Nachbarn die gesetzliche Immissionslimite nicht überstiegen hat, entschied der Richter zugunsten des Mähroboterbesitzers.

Dass die Gesetzgebung hinterherhinkt, hängt damit zusammen, dass die gesamte Thematik bezüglich Umgang, Rechten und Haftung von Künstlichen Intelligenzen (KI) noch nicht geklärt ist.

Bezüglich des Versicherungswesens und Haftungsrisiken von KI erwähnt der online verfügbare rechtswissenschaftliche Bericht der Wirtschaftskanzlei Beiten Burkhardt (2021) folgendes:

“Die Versicherungswirtschaft befindet sich mit Blick auf Künstliche Intelligenz noch am Anfang eines umfangreichen Prozesses. Es gilt, versicherungsrelevante Akteure, Produkte, Prozesse und Haftungsrisiken zu identifizieren.” (2021: 26)

Künstliche Intelligenzen wie Roboter dringen immer mehr in unseren Alltag ein. Mähroboter nehmen eine Art Vorreiterrolle in Gesetzgebungs- und Versicherungsprozessen ein, die unsere Gesellschaften in Zukunft vermehrt beschäftigen werden.

Werden Mähroboter in Zukunft verboten?

Die Diskussion um die immer beliebteren Mähroboter kreist denn nicht nur um Haftungsrisiken, sondern gerade Tierschutzverbände setzen sich sogar für ein komplettes Verbot dieser autonomen Geräte ein, da sie eine Bedrohung für Tiere darstellen können.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft wie auch Tierschutzverbände empfehlen daher, Mähroboter nie unbeaufsichtigt fahren zu lassen.

Abgesehen von Naturschutzverbänden wird derzeit kein Verbot von Mährobotern gefordert.

Hinweis

Eigeninitiative braucht es in jedem Garten: Was du trotz Mähroboter für den Schutz und Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen in deinem Garten tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Dezibelwerte und tatsächliche Lautstärke: Bestimme den tatsächlichen Lärmpegel deines Mähroboters

Bei einer immissionsschutzrechtlichen Prüfung durch die Behörden werden folgende Aspekte geprüft:

  • emissionsrelevante Konstruktionsmerkmale
  • Schallleistungspegel
  • Betriebszeiten
  • Abschirmung
  • Abstand zum Immissionsort und Gebietsart

Für dich als Nutzer eines Mähroboters ist für deine rechtliche Absicherung vor allem der Punkt des Schallleistungspegel resp. der Abstand zum Immissionsort und Gebietsart von Bedeutung.

Wichtig

Der rechtlich gesehen relevante Dezibelwert wird nicht neben deinem Mähroboter gemessen, sondern von der Grundstücksgrenze zum Nachbarn aus.

Je nach Gebietsart gelten andere maximale Dezibelwerte. Das bedeutet, dass du wissen musst, in welcher Gebietsart du wohnst und wie laut dein Mähroboter tatsächlich für die Nachbarn ist.

Kläre bei deiner Gemeinde ab, in welcher Gebietsart du wohnst und welche Richtwerte gelten

Hier nochmals die Immissionsrichtwerte der bundesweiten Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm):

AusweisungImmissionsrichtwert tags (6:00 bis 22:00 Uhr)Immissionsrichtwert nachts (22:00 bis 6:00 Uhr)
Industriegebiet70 dB(A)70 dB(A)
Gewerbegebiet65 dB(A)50 dB(A)
Urbanes Gebiet63 dB(A)45 dB(A)
Kern-, Dorf- und Mischgebiet60 dB(A)45 dB(A)
Allgemeines Wohngebiet55 dB(A)40 dB(A)
Reines Wohngebiet50 dB(A)35 dB(A)
Kurgebiet, Krankenhaus und Pflegeanstalt45 dB(A)35 dB(A)

Wenn du nicht genau weißt, in welcher Gebietsart du wohnst, dann kläre dies bei der zuständigen Gemeinde ab.

Wie du in der Tabelle sehen kannst, gehen die Richtwerte in Siedlungsgebieten von 50 dB bis 63 dB, was einen erheblichen Unterschied macht.

Als Vergleich kann ich dir hier ein paar Beispiele anderer alltäglicher Geräusche geben:

  • Kaffeemaschine Vollautomat: 66 – 70 dB
  • Haarföhn: ca. 70 dB
  • herkömmlicher Elektro-Rasenmäher: 75 – 80 dB
  • Waschmaschine: 45 dB (Schleudern: 75 dB)
  • Kühlschrank: 30 – 40 dB

Bestimme den tatsächlichen Geräuschpegel deines Mähroboters

Messe den Dezibelwert an deinen Grundstücksgrenzen

Die genauesten Werte eines Geräuschpegels gibt dir natürlich ein professionelles Schallmessgerät. Um aber eine ungefähre Ahnung zu haben davon, wie laut dein Mähroboter an der Grundstücksgrenze wirklich ist, kannst du getrost auch dein Handy nutzen: Es gibt heute einige sehr gute Apps, um Dezibelwerte zu messen.

Tipp: 3 der besten Apps für Android / iOS sind folgende:

Messe mit der App während der Fahrt deines Mähroboters die Dezibelwerte von verschiedenen Punkten an deinen Grundstücksgrenzen entlang und vergleiche sie mit den erlaubten Richtwerten deines Wohnortes (siehe Tabelle weiter oben).

Berechne den ungefähren Dezibelwert an deinen Grundstücksgrenzen

Wenn du keine Messung vornehmen kannst, kannst du den Dezibelwert in etwa berechnen.

Dafür brauchst du die Herstellerangabe des maximalen Dezibelwerts deines Mährobotermodells. Diese findest du in der Betriebsanleitung, online oder in unserer Tabelle hier, in der wir alle gängigen Modelle aufgelistet haben:

Tabelle Modellwerte einfügen oder zu Artikel verlinken ? https://maehroboter-guru.de/wie-laut-sind-maehroboter/#Wie_laut_ist_der_lauteste_Maehroboter

Diese Werte werden normalerweise aus einer Entfernung von 1 Meter gemessen. Schallpegel nehmen jedoch logarithmisch ab (ähnlich der Erdbebenskala):

Mit der Verdoppelung des Abstands zur Schallquelle nimmt der Messwert im Freifeld um etwa 6 dB ab.

Rechenbeispiel: Wenn dein Mähroboter einen Maximalwert von 65 dB hat, dann ist die Geräuschemission bei…

  • … 1 Meter: 65 dB
  • … 2 Meter: 59 dB
  • … 4 Meter: 53 dB
  • … 8 Meter: 47 dB
  • … usw.

Wenn dein Rasen nicht direkt an der Grenze verläuft und dein Gerät stets aus 3-4 Metern Entfernung zum Nachbargrundstück mäht, sinken die Werte daher bei den meisten Mährobotern schon auf um die 50 dB.

Tipp

Mit der Zeit werden Mähroboter immer lauter aus verschiedenen Gründen wie Verschmutzung oder Abnutzung. Tipps, wie du deinen Robo leiser machst, erfährst du hier.

Kommunikation mit den Nachbarn: Sich über den neuen Mähroboter abzusprechen ist immer empfehlenswert

Deinen Nachbarn mitzuteilen, dass du neu einen Mähroboter hast, kann meiner Meinung nach so oder so nicht schaden. Schließlich werden deine Nachbarn sicher sowieso bald das Gerät entdecken, wenn sie mal rüber schauen.

Tipp

Wenn du deinen Mähroboter in Betrieb nimmst, frag doch einfach mal bei deinen Nachbarn nach, ob sie das Geräusch stört. Dann weißt du schon mal Bescheid, ob sie es überhaupt wahrnehmen oder nicht.

Sich mit den Nachbarn auszutauschen vermeidet nicht nur Lärmbeschwerden und eine ungute Stimmung in der Nachbarschaft, sondern hat weitere Vorteile:

Wenn deine Nachbarn Bescheid wissen über den teuren Gartenhelfer, sind sie vermutlich aufmerksamer hinsichtlich Diebstahl und unbefugtem Betreten deines Grundstückes, wenn du nicht zuhause bist.

Vielleicht haben sie sogar selbst bereits einen Mähroboter und ihr könnt euch gegenseitig Tipps geben. Gerade am Anfang kann das hilfreich sein und dir ersparen, einen Fachmann aufzubieten.

Aus persönlicher Erfahrung

Wegen eines Wühlmäuseproblems hatten wir einmal einen Ultraschallsensor mit Piepton in unserem Garten aufgestellt. Der Nachbar schaute tagsüber immer wieder vom Zaun her in diese Ecke. Wir fragten uns, ob das Piepen zu laut sei, gingen aber nicht nachfragen. Einige Zeit später stellte sich in einem zufälligen Gespräch heraus, dass er sich nicht daran störte, sondern im Gegenteil etwas gegen die Wühlmäuse in seinem Garten tun wollte, aber nicht wusste, was das für ein Gerät ist. Hätten wir früher miteinander kommuniziert, wären die Wühlmäuse aus unseren angrenzenden Gärten wohl sehr viel früher verschwunden und hätten nicht alles neu gepflanztes Gemüse immer abgefressen. Mit den Nachbarn zu reden hilft also in vielerlei Hinsicht.

Bestehen wegen deines Mähroboters bereits Probleme in der Nachbarschaft?

Gemäss des Umwelt Bundesamtes sollte bei einer Ruhestörung immer zuerst der Kontakt zu den Lärmverursachern gesucht werden. Danach kommt, falls vorhanden, zuerst die Hausverwaltung und dann erst die Ordnungsbehörde der Gemeinde zum Zuge.

Dies werden sicher auch deine Nachbarn wissen und zuerst direkt auf dich zukommen, bevor eine offizielle Lärmklage bei der Behörde eingereicht wird.

Da behördliche Klagen für beide Seiten mit Kosten verbunden sind (je nach Gerichtsentscheid), sind normalerweise beide Parteien froh, gemeinsam eine andere Lösung zu finden.

Problematische Zeiten in Punkto Ruhestörung: Welche Fahrzeiten sind kritisch?

Wenn du deinen Mähroboter werktags zwischen 7.00 – 20.00 Uhr fahren lässt, hast du im Grunde nichts an Lärmbeschwerden zu befürchten.

Da sich Mähroboter in einer rechtlichen Grauzone befinden, könnten folgende Fahrzeiten bezüglich Lärmbeschwerden unter Umständen heikel sein:

  • Nachtfahrten
  • Fahrten an Sonn- und Feiertagen
  • Fahrten über die Mittagszeit

Auf alle drei dieser speziellen Fahrzeiten gehe ich im Folgenden gleich noch kurz ein, damit du Bescheid weißt, was du beachten musst.

Darf ein Mähroboter nachts mähen?

Wenn wir nach der bereits erläuterten Gesetzgebung gehen, dann sind Nachtfahrten nicht erlaubt. Da Mähroboter sich aber noch in der rechtlichen Grauzone befinden, könntest du im Prinzip deinen Mähroboter nachts fahren lassen, sofern er den nächtlich geltenden Immissionswert nicht überschreitet (je nach Wohngebietsart 35 dB – 45 dB).

Jedoch gilt: Das ist eine Abwägungssache, die schließlich bei dir liegt und deinem Wohnumfeld. Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst und keine Lärmstörungen hervorrufen willst, dann lasse ihn lieber nicht nachts fahren

Achtung

Was immer gegen Nachtfahrten spricht, ist der Tierschutz: Nachtaktive Tiere werden durch Mähroboter gestört oder gar verletzt. Ich empfehle dir daher, auf Nachtfahrten zu verzichten.

Mehr zum Thema Nachtfahrten erfährst du hier.

Darf ein Mähroboter Sonntags mähen?

Sonntage zählen generell zu den Ruhezeiten.

Wenn du Punkto Lärmbeschwerden kein Risiko eingehen willst, dann darf dein Mähroboter auch an Sonn- und Feiertagen nicht fahren resp. die Immissionswerte nicht übersteigen.

Achtung: Sonn- und Feiertage werden von der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) als “Tageszeiten mit erhöhter Empfindlichkeit” eingestuft und die regulär geltenden Richtwerte an diesen Tagen werden um weitere 6 dB gesenkt zu diesen Stunden:

6.00 – 9.00 / 13.00 – 15.00 / 20.00 – 22.00 Uhr

Zu diesen Stunden dürfen je nach Wohngebietsart um die 30 dB – 50 dB nicht überschritten werden.

Da diese Regelungen teilweise auch auf kommunaler Ebene angepasst werden, klärst du am besten bei deiner Gemeinde die exakten Werte für dein Wohngebiet ab.

Vielleicht wohnst du auch recht abgelegen mit keinen Nachbarn in unmittelbarer Nähe, die sich überhaupt daran stören könnten.

Mehr zu Sonntagsfahrten erfährst du hier.

Darf ein Mähroboter über den Mittag mähen?

Für Mittagszeiten (meist 13.00 – 15.00 Uhr) kann ich dir dieselben Tipps mitgeben: Kläre mit deiner Gemeinde die Ruhezeiten über Mittag ab sowie die maximal zulässigen Dezibelwerte.

Falls du doch einmal über Mittag den Mähroboter fahren lassen möchtest, frage vorher deine Nachbarn, ob es sie stört.

Tipp

Weitere hilfreiche Tipps, wie du Mähroboterlärm reduzieren kannst, findest du hier.

Fazit: Nutze den Mähroboter außerhalb der erlaubten Zeiten nur, wenn er die max. Immissionswerte nicht übersteigt oder in vorheriger Absprache mit der Nachbarschaft

Hier nochmals in Kürze, was du dir unbedingt merken solltest an Geboten und Verboten zu den Fahrzeiten deines Mähroboters:

  • Generell erlaubte Fahrzeiten: 7.00 – 20.00 Uhr
  • Generell verbotene Fahrzeiten: Nachts ab 20.00 – 7.00 Uhr sowie über Mittag, an Sonn- und Feiertagen

Wenn du dies berücksichtigst, bist du auf der sicheren Seite.

Wegen der rechtlichen Grauzone gilt zudem:

  • Für alle anderen Fahrzeiten: Finde heraus, ob dein Mähroboter leiser ist als die max. Immissionswerte für die gewünschte Fahrzeit. Spreche dich zudem mit deinen Nachbarn ab. Wenn sie nichts dagegen haben, kannst du deinen Mähroboter möglicherweise auch zu anderen Fahrzeiten nutzen.

Ein weiterer Punkt, den ich persönlich dir ans Herz legen möchte, ist folgender:

  • Lasse den Mähroboter niemals nachts laufen: Selbst wenn die Nachbarn nichts dagegen hätten, empfehle ich dir, den Mähroboter nachts ruhen zu lassen. Du störst (oder im schlimmsten Fall verletzt) sonst nachtaktive Tiere wie den Igel.

Wenn du dir gemäss Checkliste alles, was deine Wohnsituation betrifft, auf einem Merkzettel notiert hast, bist du nun Experte, was die erlaubten Fahrzeiten deines Mähroboters betrifft.

Versicherungsfälle: Wie kannst du effektiv verhindern, dass dein Mähroboter irgendwelche Schäden verursacht?

Es kommt zwar eher selten vor, dass ein Mähroboter anderweitige Schäden verursacht, die zu Versicherungsfällen führen können. Damit solche Fälle schon gar nicht erst entstehen, kannst du einiges zur Vorbeugung tun:

  • Lasse den Mähroboter nie unbeaufsichtigt fahren
  • Verlege den Begrenzungsdraht korrekt
  • Bediene und warte dein Gerät immer sachgemäß nach Bedienungsanleitung
  • Lasse keine Kinder auf dem Rasen spielen, wenn der Mähroboter seine Runden dreht
  • Sichere kritische Stellen deiner Rasenkanten zusätzlich ab (bspw. in Straßennähe)
  • Überprüfe vor jeder Fahrt, ob keine Fremdkörper auf dem Rasen liegen

Mehr zu Versicherungsoptionen und Vorbeugung von Schäden kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Was gibt es sonst noch zu beachten für den Betrieb eines Mähroboters? Wichtige weitere Praxis-Tipps

Sicher stellst du dir auch einige Fragen dazu, wann und wie der Mähroboter fahren sollte und welche Mähzeiten eigentlich gut für den Rasen sind. Hier die wichtigsten Praxis-Tipps:

Hinweis

Ausführliche Tipps und Erklärungen zu all diesen Themen findest du, wenn du in unserem Mähroboter Know-How stöberst. Schau rein!

Zu welcher Jahreszeit sollte der Mähroboter fahren?

Ein Mähroboter ist hinsichtlich seiner Einsatzzeit im Jahr nicht anders als ein herkömmlicher Mäher zu handhaben.

Die Wachstumsphase des Rasens beginnt etwa im März oder April. Dann schickst du deinen Mähroboter auf die erste Fahrt nach dem Winter.

Im Herbst, wenn die Temperaturen beginnen unter 10-15 Grad Celsius zu fallen, stellt sich das Wachstum des Rasens langsam ein und spätestens gegen Ende Oktober sollte dein Mähroboter die letzte Fahrt vor seinem Winterschlaf machen.

Zu welcher Tageszeit sollte der Mähroboter fahren?

Der Akku wie auch die Elektronik von Mährobotern solltest du keinen extremen Temperaturen aussetzen.

Gerade der Akku hat eine optimale Leistung bei Temperaturen zwischen 10° – 35° Celsius.

Vermeide daher im Sommer die heißen Mittagsstunden mit starker Sonneneinstrahlung und lasse den Mähroboter besser am Vormittag oder späten Nachmittag fahren.

Darf ein Mähroboter in der prallen Sonne mähen?

Extreme Hitze wie auch Kälte schaden der Elektronik im Inneren deines Mähroboters, vor allem dem Akku. Außerdem verlieren Gräser nach einem Schnitt in der sommerlichen Mittagssonne sehr viel Feuchtigkeit, was deinen Rasen schädigen kann.

Verzichte daher besser darauf, deinen Mähroboter in der prallen Sonne fahren zu lassen und verschiebe seine Fahrt besser auf kühlere Morgen- oder Abendstunden.

Hinweis

Achte vor allem auch bei der Platzierung der Ladestation darauf, dass diese nicht direkt an der Sonne steht.

Darf ein Mähroboter bei kalten Temperaturen mähen?

Bei Temperaturen von weniger als 10° Celsius kann es bereits sein, dass dein Mähroboter verlangsamt, da sein Akku nicht mehr voll funktionstüchtig ist. Von daher: Nein, der Roboter sollte dann nicht mehr mähen.

Das macht aber nichts, denn ab solchen tiefen Temperaturen wächst schließlich auch das Gras kaum mehr. Was bedeutet das? Dann ist es Zeit für dich, den Rasen ein letztes Mal zu schneiden und den Mähroboter dann in deinem Keller oder Gartenhaus in den Winterschlaf zu schicken.

Darf ein Mähroboter im Regen mähen?

Es gibt hierzu unterschiedliche Meinungen unter den Herstellern: Husqvarna produziert regenfeste Geräte, die auch bei Regen mähen können, während andere Hersteller lieber Regensensoren installieren, damit ihre Roboter bei zu viel Feuchtigkeit schon gar nicht erst auf die Wiese fahren.

Generell möchte ich hier bemerken, dass ein Rasen vor allem durch schwere Mähroboter eher platt gedrückt wird und das Gras verklebt, was für das Schneiden mühsam und für das Wachstum hinderlich ist. Einen regenfreien Tag abzuwarten kann sich also lohnen, auch wenn dein Gerät regenfest ist.

Wichtig

Regen ist nicht gleich Gewitter. Bei Sturm oder Hagel muss dein Gerät zum Schutz immer an seiner Station bleiben – am besten unter einer Mähroboter-Garage.

Darf ein Mähroboter fahren, wenn ein Gewitter, Sturm oder Hagel aufzieht?

Dieser Punkt ist schnell geklärt: Zum Schutze deines eigenen Gerätes darf der Mähroboter auf keinen Fall bei Gewitter, Sturm oder Hagel fahren.

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